Wie ein paar von euch bestimmt auf meinem Profil im MeinVz gelesen haben werde ich das MeinVz verlassen. Für die, die es interessiert habe ich mal ein paar Gründe aufgelistet, warum ich es nicht für sinnvoll erachte weiterhin Mitglied im Vz zu sein. Im übrigen sind im Folgenden immer alle Vz’s gemeint, also StudiVz, MeinVz, SchülerVz.

  • Nutzlos 2.0 – StudiVz bietet keine Dienste oder einen Mehrwert seiner Plattform an. Einzig und alleine die Benutzer sind es, die Inhalte in Form von Profilen bereitstellen. Wikipedia ist auch eine Plattform, die auf Benutzer erzeugte Inhalte setzt, allerdings mit dem Ziel eine Wissensbasis für jedermann zu schaffen. Profile von Bürgern hingegen erinnern mich eher an die längst vergangen geglaubte Zeiten der DDR. Das die Profile von den Benutzern freiwillig veröffentlicht werden, ja manchmal geradezu aufgedrängt werden, hätte man sich damals nicht träumen lassen. Vielleicht hätte man sonst doch noch ein paar Jahre mit der Auflösung der DDR gewartet.. *g*
  • Datenschutz – Das die Mehrheit der Bundesbürger nicht viel von Datenschutz ist bekannt. Viele denken: „Ist mir doch egal“. Allerdings gibt es ein paar Faktoren, über die es sich lohnt nachzudenken:
    • Dein (zukünftiger) Arbeitgeber. Es ist kein Geheimnis mehr, dass Personalchefs vor der Einstellung von neuen Mitarbeitern deren Namen bei Google suchen. Schon dabei gibt es ab und an ganz gute Ergebnisse. Im Web 2.0 wird das natürlich auch auf StudiVz, Facebook und ähnliche Social Networks ausgeweitet. Darin gibt es nun wirklich interessante Dinge zu entdecken, z.B. Pinnwandeinträge, Fotos von Urlaub, Partys u.s.w. Ob eingereichte Bewerbung dadurch nicht an Aussagekraft verliert, muss jeder selber wissen.
    • StudiVz ist eine kommerzielle Platform. Wer glaub das StudiVz sei eine Wohltätigkeitsveranstaltung irrt sich leider. Auch wenn die „StudiVz-Macher“ immer wieder betonen, dass keine persönlichen Daten vermarktet werden kann sich das ganz schnell ändern. Im Moment gehört StudiVz der Holtzbrinck Verlagsgruppe. Da das StudiVz aber unter den Umsatzerwartungen der Gruppe bleibt, wird mit Facebook und anderen Unternehmen wegen einer Übernahme verhandelt. Dann kann es heißen: „Neue Runde, neue Regeln…“
  • Gruppenzwang? – StudiVz ist kein offenes Netzwerk. Nur wer Mitglied ist, kann sich im Netzwerk bewegen. Gerade Jugendliche meinen, das sie durch eine Mitgliedschaft bei Schüler- Studi- oder MeinVz aufgewertet werden. Vor allem, wenn sie dort viele „(virtuelle) Freunde“ haben.
  • Virtuelle Freunde – Manchen Benutzern scheint es gar nicht mehr klar zu sein, wie man Freunde definiert. Freunde sind nicht meine Buddies in der Buddyliste, sondern echte Personen, mit denen man seinen Alltag teilt, die man auf ein Eis einlädt oder von denen man eingeladen wird. Personen auf einer Freundesliste, die ab und an auf meiner Pinnwand mal einen Kommentar hinterlassen haben damit nichts gemeinsam. Es kann sein, das du vom einen auf den anderen Tag nichts mehr von ihnen hörst. Man findet im StudiVz keine neuen Freunde, nur Buddies für die Buddyliste.
    Als Beispiel wird oft angeführt, dass man im StudiVz ehemalige Klassenkameraden wieder findet. Das stimmt. Aber ist es nicht so, dass man zu Leuten die man cool findet nicht ohnehin Kontakt hält (E-Mail, Treffen, Telefon)? Geht es nicht nur um einen weiteren Buddy in der Liste?
  • Das richtige Leben… – „Wer ist der coole Typ im Audimax in der zweiten Reihe?“ Mit diesem Spruch wirbt StudiVz. Entschuldigung, aber wenn ich wissen will wer er ist, geh ich zu Ihm hin und frag, ob er einen Kaffee mit mir trinkt und fertig! Ich mein es ist ja nicht so, als ob wir durch das Internet unserer Fähigkeit zu Reden beraubt worden wären!

MeinVz ist für mich nichts, was ich wirklich brauche. Ganz im Gegenteil, es frisst jede Menge Zeit, die ich wo anders sinnvoller verbringen kann. Deshalb heißt es zum Ende vom Jahr:

Tschüss, MeinVz.

P.S.: Mich würde abschließend interessieren, was du am StudiVz so gut findest. Oder was dein Grund für eine Mitgliedschaft dort ist. Benutze einfach die Kommentarfunktion zum schreiben.

One Comment

  1. Hey Benny,

    kannst dir vielleicht denken, dass ich übers StudiVZ auf deinen Blog-Eintrag gekommen bin 😉

    Joa, deine Meinung ist durchaus vertretbar, man merkt schon, dass du Informatiker bist 😛

    Also zunächst: Ich geb dir völlig Recht, dass ein VZ natürlich nicht im Entferntesten das RL (Real Life) ersetzt. Bei wem das so ist, der kann einem Leid tun! Besonders, wenn man das VZ dazu nutzt, neue Freunde kennenzulernen. Ein VZ ist keine Kontaktbörse 😉

    Beim Datenschutz geb ich dir auch teilweise Recht. Also mit was momentan das Geld verdient wird, dürfte man sehen: Massenhaft Werbebanner! Aber wie du gesagt hast, ist das VZ eine deutsche Plattform und muss sich nach deutschem Datenschutzgesetzt richten. Sie könnten sich einen Skandal wegen Schutzverletzung vermutlich nicht leisten, dafür sind sie zu populär. Wenn sie aber verkauft werden in anderes Rechtsgebiet, von mir aus nach Jamaika ;-), dann wird das anders aussehn.

    Noch kurz zu mir, warum ich weiterhin VZ-Nutzer bleibe:

    – Ich nutze es gerne, um mit Leuten in Kontakt zu bleiben, die ich lange nicht mehr gesehen habe, mir aber am Herzen liegen. Hier hat man ein Profil, Nachrichtenfunktion und Fotogalerien auf einen Blick. Echt nette Sache.

    – Mein Profil ist nur für Freunde sichtbar, Freunde werden bei mir nur Leute, die ich auch wirklich kenne und mag.

    – Als Zeitvertreib für Zwischendurch kuck ich bei Freunden, was sich auf ihrem Profil verändert hat; so bin ich ja auch zu diesem Blog gekommen 😉

    Also denn, wünsch dir noch was, man sieht sich vielleicht mal wieder 🙂

    Grüßle,
    Michael

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